Donnerstag, 25. Juli 2013

Ersatz gefunden

Wer keine Flügel hat, wird wohl nie fliegen können. Man kann zwar Wege finden, um vom Boden abzuheben, aber wird das je das Selbe sein?

Heute ist einer dieser Tage. Kalt. Leer. Schwarz. Einsam. Die Ungewissheit quält mich. Ungewiss, ob du mich überhaupt noch willst. Ungewiss, wie der nächste Tag sein wird. Du weißt nicht mehr, ob du mich liebst, hast du gesagt. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Verstehst du nicht, dass du alles für mich bist? Das du mein ganzer Lebensinhalt bist? Drei ganze Jahre sind wir durch dick und dünn gegangen, haben uns ausnahmslos Alles erzählt, ich habe dir mein Leben anvertraut verdammt!
Ich habe die ganze Nacht mit dir geschrieben, so lange telefoniert bis ich eingeschlafen bin und jeden angelogen um dich zu sehen, verdammt! Ich hätte so viel für dich gegeben, so viel getan, so viel riskiert, doch jetzt ist es vorbei.
Sehe dich mit diesem neuen Flittchen. Du hast mich ausgetauscht, schnell Ersatz gefunden, ist sie was Besseres wie ich? Was hat sie,was ich dir nicht geben kann? Ich verstehe das nicht! Ich habe dir immer genügt! Oder? Jetzt gehst du mit ihr Arm in Arm die Straße entlang, siehst verachtend auf mich herab. Wie kann man  nur so kalt werden, so ignorant? Hast du all die schönen Tage vergessen, Tage voll Glück, Tage voll von unserer Liebe? Ich versteh es nicht, warum lässt du sie an dich ran? Was hat sie, dass ich nicht geben kann? Statt mir liegt sie in deinem Bett, statt mir begleitet sie dich Tag und Nacht. Wo sind die tausend Versprechen von dir geblieben? Dass du mich für immer und ewig lieben wirst, for ever and always, do you remember, baby? Es ist das aller schlimmste Gefühl zu merken, dass man dich einfach ersetzt hat. Was Anderes gefunden.- Vielleicht was Besseres? Ich hoffe, irgendwann wirst du auch mal fühlen, wie ich mich gerade fühle, wie es weh tut, wenn für dich Ersatz gefunden wird.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Trümmer des Herzen

Das ist mein Abschiedsbrief, denn ich hab abgeschlossen.

"Die Zeit vergeht. Tag um Tag, Woche um Woche, Jahr um Jahr. Die Erinnerung verblassen wie alte Bücher. Staub legt sich auf die Seiten, verweilt und hinterlässt seine Spuren. Du kannst ihn zwar abwischen, aber er wird nie vollends weg sein."

Sie sitzt auf einem einfachen Holzstuhl, die Knie angewinkelt, eingerollt, den Kopf gesenkt. Die zierliche Gestalt schaut nach oben, aus dem Fenster, beobachtet den Tanz der Blätter im Winde. Jetzt fallen ihr die richtigen Worte ein. "Im Winde verwehen die Erinnerungen der Zeit des Glücks, fallen wie Blätter zu Boden, werden zusammen gekratzt und weggeworfen." Sie seufzt. Was tut sie hier? Das Mädchen legt den Stift beiseite. Eine Gänsehaut klettert die Glieder hinauf. Sie kann nicht klar denken, ist blockiert. Benommen kauert sie in der Ecke des Raumes, kaut nervös an ihren Fingernägel, ihre Augen, so weit aufgerissen, wie die eines gejagten Tieres. Aber das ist sie ja, gejagt, verfolgt, von ihren Gedanken Tag und Nacht gequält. "Nach und nach wird all das um uns herum vergessen, das ist für die Vergessenen dieser trostlosen Welt, so wie ich, so wie du, so wie wir." Sie steht auf, nach einer gefühlten Ewigkeit. Sie ist müde, aber der Tag neigt sich noch nicht dem Ende. Sie zieht sich einen Mantel an, der schwer auf ihren Schultern ruht, so wie auch die Lasten der Vergangenheit. Das rastlose Wesen steigt ins Auto, fährt los. Gedankenchaos. Existenskriese. 
"Wie die Zeit vergeht, durch den Lauf des Lebens oder durch etwas Anderes, spielt das eine Rolle? Irgendwann wird hier alles tot sein, bedeckt mit dem Dreck der Zeit. Die wichtigen Dinge, die Werte, sind unerkannt, verborgen. Was doch ein kleines Lächeln wert sein kann, was ein Wort alles anrichten kann, die kleinen Dinge des Lebens sind diese, die unser aller Leben verändern." Sie gibt Gas, will den Kopf frei kriegen. Die Musik dröhnt, sie spürt die Adern pulsieren, ihren Herzschlag. Beiläufig bemerkt dieses gehetzte Tier, trostlose Wesen, ihre zerfetzten Unterarme. So ist die letzte Nacht also ausgegangen, denkt sie. "Die Narben der Zeit, die der Beweis sind dass ich gelebt habe. Das ich gelebt habe. Das ich verdammt nochmal glücklich war. Bis der Moment des Abschieds da war, und nur ein Haufen Trümmer zurück geblieben ist. Was war für mich? Was ist geblieben?  Was hab ich falsch gemacht? Was habe ich gelernt? Mir ist bewusst ich bin zu weit von meinem Ziel entfernt. Auch wenn dieser Winter kalt wird, ich will mein Herz zurück, auch wenn es das letzte Mal ist." Der Wind weht um ihr Haar, das leicht und unbesorgt umherfliegt. Sie sieht in die Ferne, der Himmel erstreckt sich so unermesslich weit. Rot läuft in das Blau, verzaubert den Himmel in ein Meer voller Seelen. Was wäre, wenn sie einfach geht? Einfach über Nacht, verlässt sie diese Stadt und weint ihr, nicht eine Träne nach. Zuhause angekommen, verfällt sie wie in einen Rausch. Sie packt ihren ganzen Sachen. Sieht noch einmal auf das Bild ihrer Tochter. Wie schön sie ist. Aber sie kann das nicht. Entschlossen legt sie den Brief auf den Tisch, nimmt ihre Sachen, und fährt, weit, weit weg, sehr weit.


 "Die Zeit vergeht. Tag um Tag, Woche um Woche, Jahr um Jahr. Die Erinnerung verblassen wie alte Bücher. Staub legt sich auf die Seiten, verweilt und hinterlässt seine Spuren. Du kannst ihn zwar abwischen, aber er wird nie vollends weg sein. Im Winde verwehen die Erinnerungen der Zeit des Glücks, fallen wie Blätter zu Boden, werden zusammen gekratzt und weggeworfen. Nach und nach wird all das um uns herum vergessen, das ist für die Vergessenen dieser trostlosen Welt, so wie ich, so wie du, so wie wir.Wie die Zeit vergeht, durch den Lauf des Lebens oder durch etwas Anderes, spielt das eine Rolle? Irgendwann wird hier alles tot sein, bedeckt mit dem Dreck der Zeit. Die wichtigen Dinge, die Werte, sind unerkannt, verborgen. Was doch ein kleines Lächeln wert sein kann, was ein Wort alles anrichten kann, die kleinen Dinge des Lebens sind diese, die unser aller Leben verändern.Die Narben der Zeit, die der Beweis sind dass ich gelebt habe. Das ich gelebt habe. Das ich verdammt nochmal glücklich war. Bis der Moment des Abschieds da war, und nur ein Haufen Trümmer zurück geblieben ist. Was war für mich? Was ist geblieben?  Was hab ich falsch gemacht? Was habe ich gelernt? Mir ist bewusst ich bin zu weit von meinem Ziel entfernt. Auch wenn dieser Winter kalt wird, ich will mein Herz zurück, auch wenn es das letzte Mal ist. Das ist mein Abschiedsbrief, denn ich hab abgeschlossen."


Mit geöffnetem Mund steht sie in der leeren Wohnung. Ihre Mutter ist fort. Sie ließt den Brief, während ihr die Tränen über die Wangen laufen. Mit zitternder Stimme flüstert sie.."Mama hat abgeschlossen"..
Sie lehnt sich gegen die Wand. Rutscht an ihr zu Boden. Benommen kauert sie dort, ehe sie in ihren Tränen einschläft, schläft und schläft, zum ersten Mal in ihren Leben ist es wirklich still.


Dienstag, 21. Mai 2013

Ich glaube


Der Brief, den ich dir nie geschrieben habe.
 Diesen Brief habe ich nie los geschickt. Nein, niemals geschrieben und niemals zu Papier gebracht. Doch, hätte ich es je getan, so würde er dir erzählen, wie wichtig du mir bist, wie viel deine Worte zählen. Der Brief den ich nie schrieb, ist auf dem Weg zu dir, wenn wir uns einmal wieder sehen, dann trag ich ihn bei mir. Und jedes Wort, was geschrieben steht, ein Wort, das niemals vergeht. Ich glaube an uns. Dieser Brief, den ich nie schrieb, er würde dir erzählen, wie sehr mir deine Wärme und deine Liebe fehlen. Und dieser Brief den ich nie schrieb, ist schon fast bei dir, Ich liebe dich, das steht in diesem Brief. In diesem Brief, der gar nicht existiert, würde stehen, wie unendlich ich dich vermisse. Wie sehr ich an die Worte und Taten glaube. Wie wunderschön die Momente mit Dir waren. Oh, der Brief, er ist fast bei dir, wenn wir uns einmal wieder sehen, dann trägst du ihn bei dir. In deinem kleinen liebenden Herzen, ohne Leid, ohne Schmerzen. Und dieser Brief den ich nie schrieb, er würde Dir berichten, dass sich alle meine Gedichte, Gedanken und ungeschriebenen Briefe, nur an Dich richten. Und jedes Wort wird wach, was schon so lange in mir schlief, Ich liebe Dich, das steht in diesem Brief. Der Brief den ich nie schrieb, erreicht dich in den Träumen, und lässt die Dinge zu, die wir bei Tag versäumen. Egal was ich dir sagen will, es ist schon längst zu spät, denn die Uhr die unser Leben zeigt, wird nicht zurück gedreht. Du bist nicht hier, weit weg von mir, warum musstest du gehen? Deine Zeit war aufgebraucht, wir wollen es nicht sehen!
Der Brief den es nicht gibt, dann werde ich ihn schreiben, und kein einziges meiner Wörter, wird dir verborgen bleiben. Du bist ein Stern, mein Stern. Wenn ich  nur glaube, dann werd ich auch zum Stern, mein Stern und ich, wir beide, wir gehören zusammen. Und hat ein Mensch sich selber gern, dann strahlt er heller als ein Stern. Ich vermisse Dich. Trostlose Zeiten, grau, dunkel, kalt. Also springe ich ab und glaube, dass ich fliegen kann, mein Stern und ich, wir beide, wir gehören zusammen, denn ich glaube.


Dienstag, 14. Mai 2013

Er

Er sieht zum Horizont, der sich weit über ihm erstreckt. Die Sonne färbt den Himmel und die Wolken orange und rötlich, einen leisen Schimmer von rosa ist zu erkennen. Es dämmert, in einer Stunde wird es dunkel sein. Ein leichter Wind weht und eine kleine Gänsehaut ziert seine weiche Haut. Er sitzt auf einer harten Holzbank, angelehnt und genießt die klare Luft. Wie er aussieht. Bezaubernd. Verzaubernd. Er zaubert, mit jedem Lächeln, dass ich ihm abgewinnen kann. Als ich in seine reinen blauen Auge blicke, hat er mich voll und ganz in seinen Bann gezogen. Faszination. Ich kenne ihn jetzt eine ganze Weile, Jahre, doch immer wieder verwundert er mich, seine Art, Alles was er tut, so überlegt, so richtig, so, wie ich es gerne tun würde. Er sieht mich an, seine Augen streicheln leise meine Seele und legen feinen Sternen- Staub hinüber, der wie Heilung für ein paar Augenblicke wirkt. Und es spielt ein Orchester in mir, wenn ich ihn nur seh´ , sind da tausend Melodien. Er ist Alles für mich, steh mir nur selbst im Weg, aber das weiß er nicht. Seine zierlichen Hände berühren kaum merkbar meine Wangen, streicheln mir die Haarsträhnen aus dem Gesicht. Und ich könnte weinen, weil ich den Augenblick, den Moment nicht in Worte fassen kann, nicht festhalten, nicht einrahmen kann, ich kann mich nur erinnern. Will nach dem greifen, was ich will, aber es fehlt der Entscheidende Punkt um ans Ziel zu kommen, der fehlt. Weil sie fehlt.


Dienstag, 23. April 2013

Hier bist Du sicher

Hier bist Du sicher

Niedergeschlagen streift sie ihre Kleidung ab. Sie ist nass und kalt vom Regen, ihre Beine sind schwer. Kälte klammert sich um ihre Brust, zerrt sie runter, doch sie kämpft dagegen an. Jeder Atemzug ist ein Bisschen schwerer. Doch sie ist stark. Erschöpft steigt sie in die Badewanne. Das Wasser ist heiß und umgibt sie, endlich fühlt sie sich geborgen. Ihr altes Ich träumte davon, mit den Vögeln zu fliegen, mit den Rehen zu laufen und mit den Delfinen zu schwimmen. Ihr neues Ich ist eingeengt von ihrer eigenen Aura,  eingeschüchtert und vorsichtig, kann nicht mal ohne Licht einschlafen. Ihr altes Ich konnte atmen und schreien und weinen und lachen, so oft und viel sie es nur wollte! Ihr altes Ich hat gelebt und das Leben genossen. Ihr neues Ich schämt sich, Gefühle zu zeigen, dass sie nur niemand sieht. Ihr neues Ich ist umgeben von Zweifeln und zweifelt an sich selbst, sieht hinter jeder Gegebenheit eine Gefahr, hinterfragt jeden Gedanken, anstatt ihn einfach mal anzunehmen, Gefühle zuzulassen und dem Leben eine Chance zu geben.

Ihr Verstand wird wieder klar, als sie das Wasser spürt, das bereits kalt geworden ist. Eine Gänsehaut zieht sich ihre Beine entlang, klettert Bauch und Brust herauf, zieht an den Armen, legt sich schwer über sie. Tränen über ihren Wangen die kleben und salzig auf ihrer Zunge liegen. Erschöpft steigt sie aus der Badewanne, reibt das Wasser von ihrer kalten Haut. Kälte umgibt ihren Körper, ihren Kopf, ihr Herz, alles kalt. Die Stunden ohne Dich sind kalt. Sie sind verfroren, verloren, umgeben von keinem Leben, verloren, umsonst geboren, ich vermisse Dich. Sie streift sich einen Bademantel über, sieht in den Spiegel. Was sie sieht? Sie weiß es nicht, sie erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel. Ihr Abbild widert sie an, erschreckt und schockiert sie, sie ist fassungslos, was ist aus mir geworden? Sie verzerrt das Gesicht, sie fasst mit ihren Händen die rosige Haut ihrer Wangen an, will spüren dass es ihre sind, schließt die Augen und atmet durch. Ihr Blut pulsiert in ihren Armen und sie spürt das Hämmern ihrer Brust, sie ist erleichtert noch zu fühlen. Sie wendet ihr Gesicht ab, von dem was sie nicht sehen will, nicht sehen kann, von dem was ihr die Luft zum atmen nimmt, sie erdrückt, sie runterzieht, eine Kraft, Magie die sie belastet. Sie schleicht durch die Küche, kein Licht das ihr den Weg erhellt, durch den Flur, die kalten Fliesen jagen ihr einen Schauer über den Rücken, die alte, knackende Holztreppe herauf, in ihr Zimmer.Sie schaltet Musik an, ist umgeben von ihr, erfüllt, ausgefüllt, die Leere wandelt sich in Schmerz, sie singt, aus ganzem Herzen, mit voller Leidenschaft und singt den Schmerz weg. Sie weint wie ein kleines Kind, Traurigkeit in ihren Augen, hungrig nach ein bisschen Liebe. Erschöpft und doch befreit lässt sie sich auf ihr Bett fallen. Die Musik umgibt sie immer noch. Und dann sieht sie es, es hängt gegenüber von ihrem Bett. In weißen, großen Buchstaben geschrieben Paula. Jede Erinnerung kehrt zurück, jeder Moment mit ihr, ihrer geliebten Paula. Und es tut weh. Es tut weh. Es tut weh. Es tut weh. Es tut weh. Denn sie ist nicht mehr da, und sie war doch Alles was sie je gebraucht hat. Aber sie ist tot. Für immer. Und ewig. Und sie wird nie wieder zurück kommen. Und zu erkennen das es nie wieder ein 'Wir' geben wird, zerreißt ihr Tag für Tag das Herz. Sie fasst sich an die Brust, ihr Herz schlägt noch. Die erste Träne sammelt sich in ihrem Auge. Sekunden vergehen und die Tränen fließen. Sie hätte Alles für Paula gegeben, ihr Leben, All das was sie ausmacht. Sie steht auf und sieht aus dem Fenster. Der Himmel ist so klar und tief blau, sie weiß das ihre geliebte Freundin jetzt dort oben ist, dort bei den Engeln und auf sie herab schaut. Da entdeckt sie den großen, hellen Stern. Er strahlt sie an und sie weiß ganz genau das Paula dort oben wohnt, der Stern der ihr den Weg weisen soll, wenn Alles dunkel und verwirrt erscheint. Die Tränen laufen und sie betrachtet den Stern weiter. Als wollte er sagen: 'Komm her, hier bist du sicher'.

Montag, 11. März 2013

Gedanken

Ich hab Gedanken in mir, die man besser nicht denkt.
Ich hab Gedanken in mir, die niemand kennt.

Gedanken jagen mich. Werde sie nicht mehr los. Rache. Hass. Schmerz. Fühlst du bitte meinen Schmerz? Die Gedanken in mir, die man eigentlich nicht denkt. Gedanken daran, wie du dort unten liegst, auf dem Boden und im Dreck, du atmest die schwere Luft die auf dir liegt- die Lasten der Vergangenheit. Sie sehen alle auf dich herab und manche bespucken dich! Du bist ein Nichts. Du kannst nichts. Du bist nichts. Du wirst niemals Jemand sein. Du bist ein Niemand, ein Nichts, ohne Bedeutung, du bist so unnötig! Die ganze Wut auf dich gerichtet und ich schreie, ich kreische und ich raste richtig aus! Du hast es nie anders verdient, bist nicht besser wie die anderen, nichts Besseres wie ich. Kennst du das, wenn du innerlich zerreißt? Du spürst jeden Teil deines müden Körpers, der resigniert. Und du merkst, wie alles innerlich zerbricht. Schmerzen. Ich wünsch dir diesen Gefühl, für eine Minute deines gottverdammten Lebens, wünsch dir Höllenqualen und jeden Tag ne Plage! Ich wünsch dir alles Schlechte dieser Welt, nimm alles was ich hab, ich brauchs nicht mehr. Du hast nichts besser wie ich gemacht. Wieso muss ich dafür bezahlen? Was hab ich getan? Was wird noch kommen, welche Wege öffnen sich, wer stellt sich mir in den Weg? Ich hab Gedanken im Kopf, die man besser nicht denkt, nicht fühlt, nicht erahnt. Keine Existenz. Ich seh dich an, wie du redest und dich so arrogant und eingebildet dazu bewegst. "What the fuck is wrong with you?"
In meinem Kopf herrscht dritter Weltkrieg und meine Krieger sind brutal und meiden keinen Verlust. Auch wenn ich am Ende nur mich selbst kaputt gemacht habe, das wars mir wert. Dich in den Träumen unten zu sehen, erdrückt von Allem.
Lieg im Bett. Es ist dunkel. Die Kälte klammert. Und ich schließ die Augen. Da bist du. Und alles was ich denke ist HASS! Ich kann dich nicht mehr ab und du kotzt mich einfach nur noch an!
Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen? Habe ich dir je was getan? Ich wünsch dir alles Schlechte was es gibt, 1000 Plagen jeden Tag, jede Krankheit die es gibt, wünsch dir das du alles im Leben verlierst, was dir was bedeutet- so wie ich.
Ich bin nicht kalt geworden, Gefühle sind vorhanden. Ich hab s nur verdammt satt, deine Sklavin zu sein. Ich hab Gedanken im Kopf, die man besser nicht denkt. Gedankengefickt. Alles ist verrückt. Ohne dich kann ich nicht sein. Du würdest nicht mal merken wenn ich nicht mehr da wäre. Für mich bist du Alles, für dich bin ich Nichts. Einer unter Milliarden. Wie eine Blume im Feld, ein Reiskorn dieser Welt, ein Teil eines Ganzen, ohne den es doch weiter geht. Und du? Du bist Alles.
Manchmal wünschte ich, ich wäre nicht mehr da. Weniger wie das, was ich nun bin. Danke Welt, du hast mich fast kaputt gemacht. Leider hast du mich unterschätzt. Ich steh jetzt nämlich auf und schlag zurück.


Sonntag, 3. März 2013

Das Herz lacht

Hier bin ich gerade ohne Dich und es ist klar das etwas falsch ist. 
Doch ich halt die Luft an und dann schrei ich es heraus:  
Hey, hier bin ich und mir geht´s grad nicht so gut.


Ich steh mit dem Rücken an der Wand. Sie ist kalt und hart. Aber sie sützt mich. Ich sinke an ihr zu Boden. Benommen kauere ich am Boden. Wo bist Du nur? Ich balle die Fäuste und drücke sie immer fester zusammen. Kann Dich nirgends finden! Innerliche schreie ich schon lange. Kann den Ton nicht hervorbringen. Schlage mit der Faust auf den kalten Fußboden. Der Schmerz ist da, aber er dringt nicht zu mir durch. Wo bist Du? Hey, sag mir wo Du hingehst, ich geh den Weg mit Dir, ganz egal wie eisig der Weg auch sein wird. Ich richte mich langsam auf. Ziehe mich an dem hoch, was mich noch am Leben hält. Du. Ich will einfach nur raus. Keine Jacke, keine Schuhe, einfach nur raus, weg von hier, von dem Schmerz der mich zu Boden drückt- erdrückt. Stehe plötzlich einfach draußen. Die Straße ist nass und kalt und meine Füße liegen schwer auf ihr. Ich gehe voran, stütze mich an den Wänden der anderen Häuser, keine Kraft um mich am Leben zu halten. Und ich atme ein. Ich bin ein Kämpfer ohne Visier. Alles gedreht, Sinne wie vernebelt. Und wenn die ganze Welt sich gegen dich stellt. Sie drückt mich so nach unten dass der Abgrund ein Ausblick und kein Ende ist. Ich will nicht sterben müssen damit ich atmen kann. Und das einzige, was mich ans Leben hängt ist die Klinge in den Händen.


Zu wissen, es wird weiter gehen. Zu wissen, das warme Blut fließt noch durch die Adern, die Blutkörperchen sind noch nicht schwarz und kalt. Während die rote, dicke Flüssigkeit die Unterarme entlang fließt, loszulassen. Das Gefühl, das Leben fließt aus dem Körper und hinterlässt doch so viel. Atmen zu können, von all dem was einen  zu Boden drückt, einen erniedrigt und davon abhält zu atmen. Von all dem was uns hindert zu leben. Und während diese warme Flüssigkeit die Arme herunter fließt, zu weinen. All den Schmerz heraus zu lassen, der da ist, ganz gleich wie lange man auf dieser Welt ist. Sie macht einen kaputt. Sie macht mich kaputt. Und verletzlich, die einst Starke liegt am Boden. Ist es nicht das was sie wollen? Einen am Boden zu sehen und es ist schwer ihren Hass Tag für Tag auszuhalten und das Zielobjekt jeden Gefühls zu sein. Zu weinen, und all die Verletzungen und Enttäuschungen raus zu lassen. Loszulassen von all dem was uns unten hält. Das Salz schmecken und zu wissen, man lebt, man ist hier und jetzt anwesend und dieser Kampf ist lange nicht zu Ende gekämpft. Und man weiß man hat noch lange nicht verloren und diese Schlacht ist nicht am Ende. Wenn ich sie verliere, dann war ich zu schwach. Dann wird der Kampf endlich vorbei sein und es wird trotzdem ein Neuer beginnen. Wie soll ich Frieden mit mir schließen? Solange ich mit mir selbst im Kampf bin, Entscheidungen zu treffen und Dinge zu sagen jedesmal ein Kampf mit mir selbst sind, wie soll ich mit anderen Frieden schließen? Und wenn eine Schlacht gewonnen oder verloren ist- es ist ganz gleich, denn es wird immer eine Neue geben solange in mir selbst Krieg ist. Ich möchte schreien und ich möchte weinen! Den Schmerz möchte ich fühlen, weil es der ist, der mich unweigerlich am Leben hält. Der mir mehr und mehr verdeutlicht, diese Schlacht ist noch nicht vorbei und die Krieger gehen auch noch nicht nach Hause. Und dann setzt man die Klinge an und schneidet. Und man hat das Leben in den Händen. Man selbst hat eine einzige Sache unter Kontrolle. Würde ich dem Leben ein Ende setzten? Nein, das glaube ich nicht, weil all mein Blut mir zeigt dass da noch so viel ist, so viel Leben in mir, dass darauf wartet gelebt zu werden und nicht verkümmern will! Und dann setzt man die Klinge an und alles ist für Sekunden gut! Der körperliche Schmerz übertrifft den seelischen für eine gewisse Zeit. Und so lange kann man noch mal atmen, frei sein, loslassen, die Lasten auf den Schultern ablegen und eine Zeit verweilen. Man wird immer tiefer schneiden, weil man in diesen Rausch fällt, je länger der körperliche Schmerz umso länger die Pause vom seelischen. Aber dennoch würde man sich nie das Leben nehmen. Oder sich so verletzten, dass es ein Leben lang Probleme geben wird, denn die Hoffnung ist da, das alles wieder gut wird und diese Hoffnung hält einem im Grunde am Leben, auch wenn es nur der kleine Faden ist der einen daran festigt. Es ist die optimale Lösung, denn es ist auch ein stummer Hilferuf. Wir merken nicht, wie die Leute um uns herum innerlich leiden und daran zu Grunde gehen. Wieso also nicht allen zeigen, wie es einem geht? Der ganzen Welt die Arme entgegen strecken und schreien: "HEY, DAS BIN ICH! ICH BIN HIER UND MIR GEHT´S GRAD NICHT SO GUT!" Wieso still vor sich hin leiden? Körper und Gedanken stehen in Verbindung, was ich denke, werde ich irgendwann vielleicht tun. Wieso dann nicht den seelischen Schmerz mit dem körperlichen überdecken? Für ein paar kleine Minuten am Tag, bis  es erträglicher wird, bis die Pause lang genug war. 

Es ist  kalt. Benommen öffne ich die Augen, sitze auf dem Bürgersteig. Und zu wissen, das Alles war nur in meinem Kopf, ein Traum, flüchtige Gedanken, die Gewissheit, gleich ein paar kleine Minuten Auszeit von diesen Gedanken zu haben, das tut so gut. Immer noch mit verschwommenem Blick richte ich mich auf, gehe nach Hause, ohne daran zu denken, was ich träumte, setze die Klinge an und schneide- 
Blut fließt, Tränen fließen und das Herz lacht vor Erleichterung.